Überschwemmungen in Bangladesch: Hilfe vor und nach der Katastrophe

In Indien, Bangladesch und Nepal sind mehr als 9,6 Millionen Menschen von den Überschwemmungen durch den Monsunregen betroffen. In besonders gefährdeten Gebieten von Bangladesch hat das SRK mit seinen Rotkreuzpartnern 3800 Familien vorsorglich unterstützt, damit sie sich für die kommenden Wochen zu wappnen können. Dabei setzt das SRK auf innovative Methoden wie «Forecast-based Financing» (prognosegestützte Finanzierung), um die oft verheerenden Auswirkungen der Regenfälle bestmöglich einzudämmen.

Ende Juni gab es in Bangladesch erste Überschwemmungen durch den anhaltenden Monsunregen. Zusammen mit dem Roten Halbmond von Bangladesch (BDRCS), der internationalen Rotkreuz-Föderation und dem Deutschen Roten Kreuz hat das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) 3800 Haushalte in den Distrikten Jamalpur, Gaibandha and Kurigram mittels prognosegestützter Finanzierung unterstützt. Familien in besonders gefährdeten Gebieten erhielten so bereits in Vorbereitung auf die Überflutungen Geldbeträge ausbezahlt. Somit können sie im Fall einer Katastrophe rasch reagieren und ihre Behausung selber reparieren, Grundnahrungsmittel und Medikamente kaufen oder Transportkosten decken. Der Rote Halbmond von Bangladesch mobilisierte mehr als 150 Freiwillige und 12 nationale Katastrophenschutzteams in drei Distrikten (Gaibandha, Kurigram und Jamalpur), um die jeweiligen BDRCS-Zweigstellen bei der Umsetzung dieser ersten Maßnahmen zu unterstützen.

Der Monsun dauert noch an und es wird aller Voraussicht nach zu weiteren schwerwiegenden Überflutungen kommen. Laut Vorhersagen wird rund ein Drittel des Landes von den Überflutungen betroffen sein. Darunter fallen auch die Distrikte Gaibandha und Naogaon im Norden Bangladeschs, wo das SRK langfristig tätig ist. Das SRK erhöht nun die Mittel, um auf die Überschwemmungen zu reagieren. Bereits sind über 3 Millionen Menschen betroffen.

Forecast-based Financing als innovativer Ansatz vor und nach Katastrophen

Gerade bei wiederkehrenden Katastrophen wie Überschwemmungen durch Monsunregen ist es im Sinne einer nachhaltigen Entwicklungszusammenarbeit wichtig, bereits vor Eintreffen der Katastrophe aktiv zu werden, um das Ausmass von Not und Zerstörung zu verkleinern. Genau dieses Ziel verfolgt die prognosegestützte Finanzierung (FbF). Durch meteorologische Prognosen in Verbindung mit Risikoanalysen ist sie ein innovatives Mittel, um sich auf extreme Wetterereignisse vorzubereiten und um den Zugang zu finanziellen Mitteln zur Finanzierung frühzeitiger Massnahmen zu ermöglichen.

Katastrophenvorsorge während einer Pandemie

Die Coronavirus-Pandemie hat immensen Einfluss auf die Katastrophenvorsorge. Viele arme Menschen haben durch die Pandemie ihr bescheidenes Einkommen verloren, sie haben kaum mehr Nahrungsmittel, Trinkwasser und andere lebensnotwendige Artikel. Dadurch sind sie noch verletzlicher und durch die Überschwemmungen in der Monsunzeit besonders gefährdet. Es muss befürchtet werden, dass viele Menschen dadurch noch weiter in die Armut gedrängt werden. Auch für die Nothilfe hat das Coronavirus Konsequenzen. So müssen die Schutz- und Sicherheitsvorschriften zur Eindämmung des Coronavirus auch hier streng eingehalten werden. Die Bargeldverteilungen im Rahmen des FbF wurde dementsprechend organisiert.